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Im Herbst 2025, kurz vor der Olivenernte, hat uns ein Freund und treuer Kunde aus Köln, Wolfgang Krautner, besucht. Er hat uns von den Mineralölrückständen in den Lebensmitteln erzählt und gefragt, ob auch wir uns damit beschäftigen. Das hatten wir bisher noch nicht getan aber sobald wir mit der Olivenernte fertig waren, haben wir uns in die Recerchen gestürzt.

Das Cretto von Burri im alten Gibellina und Wolfgang Krautner

Ob Schokolade, Olivenöl, Reis oder Brotaufstriche – die Liste ist lang und lässt erahnen, dass es sich nicht um ein Randphänomen handelt, sondern dass im Gegenteil Nahrungsmittel des täglichen Lebens von Kontaminierung betroffen sind. Fest steht, dass sich die verschiedenen Mineralölkohlenwasserstoffe im menschlichen Gewebe anlagern, auf Organfunktionen auswirken und Tumorbildung fördern. Teilweise gelten sie sogar als potenziell krebserregend. Dabei muss unterschieden werden zwischen MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons, gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe). Aus humantoxikologischer Sicht sind MOAH wesentlich bedenklicher als MOSH.


DiesesThema hatten wir bisher nicht berücksichtigt aber es erschien uns sehr logisch, denn die Oliven können auf dem Feld auf verschiedene Weise kontaminiert werden, z.B. durch die Abgase der Dieselmotoren bei der Kulturpflege oder der Ernte, Schmieröle und/oder Abgase von Kettensägen, wenn im gleichen Arbeitsschritt wie die Ernte auch der Baumschnitt erfolgt. Als Kontaminationsquelle im Feld gibt es eine gewisse Hintergrundbelastung aus Umweltemissionen (Verbrennungsabgase, Feinstaub, Zersetzung von Straßenteer, Bitumen und Altreifen). Des Weiteren können die Oliven auf dem Weg vom Feld zur Presse mit Mineralöl verschmutzt werden, sei dies durch die Transportbehälter, durch die Lagerung oder wiederum durch Abgase. Eine weitere wichtige Kontaminationsquelle sind die Schmieröle (lebensmittelverträgliche raffinierte Mineralöle), die in den verarbeitenden Maschinen (Förderbänder, Mühlen und Knetwerke) eingesetzt werden. Beispielsweise werden die Rollen von Förderbändern mit Schmiermitteln geölt und, falls kein Spritzschutz vorhanden ist, könnten kleine Mengen des Schmieröls auf die Oliven gelangen. Zudem sind auch der Transport zu den Abfüllorten und die Aufbewahrungsgefäße mögliche Kontaminationsquellen. 


Also haben wir versucht, unser Olivenöl analysieren zu lassen. Es war nicht einfach, aber nach einer langen Suche haben wir es geschafft: im Zollverein vom Hafen Palermo wurde unser Olivenöl im Dezember 2025 nach MOSH und MOAH Spuren untersucht. Die Ergebnisse sind sehr gut, es gibt ganz geringe Spuren von MOSH aber keine MOAH Kontaminierung. 

Wir sind natürlich sehr erleichtert aber vor allen Dingen wissen wir jetzt (und dafür sind wir Wolfgang Krautner sehr dankbar), dass die Gefahr der Kontaminierung besteht und das ermöglicht es uns, wachsam zu sein und Fehler, die wir vielleicht unbewusst begehen, zu vermeiden. Außerdem können wir auch andere Produzenten und die Ölmühlen auf die Gefahr hinweisen und das kann der ganzen Gemeinschaft (Produzenten und Kunden) zu Gute kommen. 
Die neuen Oliven wachsen!








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